Mit Brustkrebs nicht allein – wie prominente Frauen Brustkrebs besiegten

Schon lange ist Brustkrebs kein Tabu-Thema mehr, denn immer mehr Frauen trauen sich, öffentlich über ihre Erkrankung zu sprechen. Darunter gibt es viele bekannte Persönlichkeiten wie Sylvie Meis Jolie oder Anastasia, die an Brustkrebs erkrankt sind und ihn sogar besiegt haben. Diese bringen das Thema in die Öffentlichkeit und machen auf die Erkrankung sowie Behandlungs- und Vorsorgemöglichkeiten aufmerksam. In diesem Blogpost möchten wir Ihnen einige bekannte Frauen vorstellen, die anderen Betroffenen ein positives Beispiel sein können und Mut machen, um die harte Zeit der Therapie zu bewältigen. 
 

Smiling young women

Prominente sprechen über ihre Brustkrebsdiagnose

Jährlich gibt es 70.000 Brustkrebs-Neuerkrankungen in Deutschland.1 Mit dieser Statistik kann die Erkrankung möglicherweise auch Frauen treffen, die Sie kennen: Ihre Nachbarin, Ihre Arbeitskollegin, die nette Friseurin, zu der Sie so gerne gehen ‚Äî oder auch die Schauspielerin aus Ihrem Lieblingsfilm.

Sie wissen nur zu gut, wie Sie sich nach Ihrer Diagnose gefühlt haben. Vielleicht wollten Sie alleine sein oder am liebsten erst einmal nicht darüber sprechen. Als prominente Person steht man jedoch in der Öffentlichkeit und eine solche Erkrankung sorgt dann natürlich für großes Aufsehen. Jedoch verdeutlicht gerade dies, dass Brustkrebs jede Frau treffen kann, unabhängig davon, ob sie reich oder arm, prominent oder unbekannt ist. Alle Betroffene werden während ihrer Behandlung mit ähnlichen Problemen, Emotionen und Herausforderungen zu kämpfen haben und brauchen Unterstützung.

Auf die Erkrankung aufmerksam machen

Es gibt einige Prominente, bei denen Brustkrebs diagnostiziert wurde, und die ihn erfolgreich besiegt haben. Viele machen Ihre Erkrankung öffentlich und teilen ihre Erfahrungen, um andere in dieser schweren Lebenslage zu unterstützen. Sie haben die Krebserkrankung durchlebt und möchten durch ihr Engagement andere Patientinnen unterstützen und sich für die frühzeitige Aufklärung und Vorsorge einsetzen. Wir stellen Ihnen einige inspirierende Frauen vor, die ihre Erfahrungen mit Brustkrebs teilen.

Female hands supporting each other

Trost im Gespräch mit anderen finden – Sylvie Meis

Als Model und Moderatorin stand auch Sylvie Meis stets in der Öffentlichkeit. Auch während ihrer Behandlung ließ andere an ihrem Kampf teilhaben.

Sylvie Meis ertastete 2009 einen Knoten in ihrer Brust. Ihre Vorahnung, an Brustkrebs erkrankt zu sein, bestätigte sich. Nach ihrer Operation begann sie mit einer Chemotherapie, durch die sie ihre Haare verlor und auf Echthaar-Perücken zurückgriff. Der Einsatz von Perücken half ihr und auch zahlreichen anderen Betroffenen, mehr Selbstbewusstsein zu gewinnen. Denn für viele sind die eigenen Haare ein Ausdruck von Weiblichkeit. Nicht nur verschafften ihr die vielen verschiedenen Perücken in unterschiedlichen Farben und Längen Mut, wieder im Fernsehen aufzutreten und als Modell zu arbeiten, sondern auch ihr damaliger Ehemann Rafael van der Vaart war ihr eine große Stütze, um mit den Nebenwirkungen der Behandlung umzugehen.

Vor allem half ihr der Austausch mit anderen sehr und sie fand Trost darin, über die Erfahrungen und ihre Gefühle zu reden. "Ich habe viel gesprochen - mit Familie, Freunden, Ärzten. Ängste sollte man nicht in sich hineinfressen. ... Jeder muss natürlich seinen Weg finden, um mit einer solchen Diagnose und Krankheit umzugehen, aber ich kann nur raten, die Hoffnung nie aufzugeben und zu kämpfen."

Sylvie setzt sich noch immer für die Bekämpfung von Krebs ein. Sie selbst gilt seit 2014 geheilt, da seid ihrer Erkrankung bereits fünf Jahre vergangen sind. Als Botschafterin für die Brustkrebs-Aufklärungskampagne Pink Ribbon Deutschland will sie anderen Frauen helfen, die von Brustkrebs betroffen sind oder Unterstützung bei der Vorsorge brauchen.

 

 

"There are only two things in our reality, love and fear. I try to make my choices out of love."

Melissa Etheridge

Mit Musik gegen den Krebs – Melissa Etheridge

Auch die Rocksängerin und mehrfache Grammy-Gewinnerin Melissa Etheridge hat den Brustkrebs erfolgreich bekämpft. Im Oktober 2004 erkrankte sie an Brustkrebs, gerade zu dem Zeitpunkt, als es mit ihrer Musikkarriere bergauf ging. Auch sie war Trägerin einer Mutation des BRCA1-Gens, welches jedoch erst nach der Entdeckung des Tumors festgestellt wurde. Ihr Tumor befand sich noch in einem frühen Stadium und wurde mithilfe von einer Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung behandelt. Wie auch viele andere Patientinnen brauchte Etheridge ihre Zeit, um mit dem Krebs umzugehen und zog sich dafür aus der Öffentlichkeit zurück.

Vielen Frauen fällt es äußerst schwer, mit den äußerlichen Veränderungen umzugehen und sie haben Angst davor, sich mit diesem veränderten Äußeren in der Öffentlichkeit zu zeigen. Umso mutiger, dass Melissa Etheridge 2005 live auf der Grammy-Veranstaltung mit Joss Stone das Lied "Piece Of My Heart" performte. Vielen Frauen zeigte dieser Auftritt, dass man auch mit einem veränderten Aussehen seiner Leidenschaft nachgehen kann. Auch verarbeitete sie ihre Erlebnisse und Emotionen in Songs, die sie später geschrieben hatte. In "I Run For Life" und "Message To Myself" fand die Musikerin ein Mittel, um mit der Erkrankung umzugehen.

 

Martina Navrátilová

 

Als eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen unserer Zeit zeigte Martina Navrátilová vollen Einsatz und gewann zahlreiche Titel. Umso schwerer war für sie die Diagnose Brustkrebs: "Es war der totale Schock für mich, weil ich in meinem ganzen Leben eigentlich immer gesund war", teilte sie der Tageszeitung "USA Today" mit. Nicht die Krankheit, sondern die banalen Dinge im Leben machten ihr Angst. "Ich hatte Angst, meine Haare zu verlieren, schließlich habe ich nicht so viele", erzählte Navrátilová über ihre ersten Gedanken nach der Diagnose.

Wie andere Betroffene auch fühlte sie sich durch die Bestrahlungstherapie körperlich nicht mehr fit und hatte das Gefühl, die Kontrolle und das Vertrauen in den Körper zu verlieren. Vielleicht haben auch Sie die Erfahrung gemacht, sich dann der Öffentlichkeit oder dem Bekanntenkreis nicht zeigen zu wollen. Ebenso schwer fiel es zunächst Martina Navrátilová jedoch entschied sie sich, in die Öffentlichkeit zu gehen und als TV-Kommentatorin die French Open im selben Jahr der Therapie zu moderieren. Mit diesem Schritt machte sie Frauen auf die Gefahr des Brustkrebses aufmerksam und setzte sich für die Vorsorgeuntersuchungen ein – denn sie hatte diese nicht wahrgenommen, würde es jedoch jedem empfehlen. "Letztlich bin ich selber schuld, denn ich war vier Jahre lang nicht bei der Mammografie."

 

Pink ribbon

Christina Applegate

Wie auch Angelina Jolie ließ sich die Schauspielerin Christina Applegate aufgrund eines positiven Gentests beide Brüste abnehmen. Bei ihr wurde nur in einer Brust Krebs diagnostiziert, die andere hatte sie entfernt, um das Risiko erneut zu erkranken zu vermeiden. Mit Humor und Ernst zugleich begegnete sie der Thematik: Für ihre Brüste feierte sie eine Abschiedsfeier, danach sagte sie der Erkrankung den Kampf an: "Das ist jetzt meine Chance, hinauszugehen und mich so stark wie es nur geht für die Krebsfrüherkennung einzusetzen."

Mit nur 36 Jahren lies die "Eine schrecklich nette Familie"-Darstellerin den Eingriff vornehmen, da bereits ihre Mutter an Brustkrebs erkrankt war. Nachdem der Krebs entfernt und ein Jahr vergangen war, schenkte sie sich zum Geburtstag eine beidseitige Brustrekonstruktion. Drei Jahre später brachte sie eine gesunde Tochter zur Welt, über die sie mehr als glücklich war.

Das Wichtigste, das Christina Applegate über die Jahre gelernt hatte und an Frauen weitergeben möchte, war für sie die Unterstützung von anderen Brustkrebspatientinnen. Ihr Arzt vermittelte ihr Kontakte zu anderen erkrankten Frauen, mit denen sie sich viel austauschte. Nur zu wissen, nicht alleine betroffen zu sein, gab ihr Kraft. Auch wenn es für sie eine schwere Zeit war und es ihr nicht einfach fiel, Hilfe von anderen zu akzeptieren, würde sie es auch heute nicht anders machen. Sollten auch Sie das Gefühl haben, alleine mit der Erkrankung umzugehen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die eigenen Gedanken mit anderen auszutauschen.

Auch heute liegt ihr das Thema noch sehr am Herzen und sie unterstützt Frauen, die sich die Brustkrebsvorsorge nicht leisten können, finanziell.

 

Offener Umgang mit der Krebsdiagnose - Kylie Minogue

Auch die Brustkrebsdiagnose von Kylie Minogue war in der Öffentlichkeit sehr präsent. Nicht nur, da sie als Sängerin sehr erfolgreich ist. Auch, weil sie sich bereits vor ihrer eigenen Diagnose für den Kampf gegen den Brustkrebs engagierte. Eine ihrer bekanntesten Aktionen, um auf die Brustkrebs-Früherkennung aufmerksamzu machen und Spenden zu sammeln, war der Verkauf ihres eigenen BHs.

Mit 37 Jahren erhielt sie bei einer Vorsorgeuntersuchung die Diagnose Brustkrebs. Ihre währenddessen laufende Welttournee sagte sie ab und widmete sich voll und ganz ihrer Behandlung. In dieser Zeit hatte die Sängerin, wie Sie vielleicht auch, mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Ausfallende Haare, die Veränderung des Gewichts oder eine stärkere Müdigkeit machten auch Kylie Minogue zu schaffen. Doch den Krebs konnte sie durch eine Chemotherapie besiegen.

Für sie, wie auch viele weitere Frauen war es deshalb hilfreich, die Zeit für sich zu nehmen und sich zunächst der eigenen Gesundheit zu widmen. Ihre Behandlung und die Diagnose verarbeitete sie in ihrer Musik und kam nach ihrer Auszeit mit einem neuen Album wieder zurück. Während ihrer Tournee sprach sie offen über ihren Kampf gegen den Krebs. Mittlerweile hat sie die schwere Therapie überstanden und ist nun seit mehr als zehn Jahren krebsfrei. "Es ist unfassbar, wenn das Haar wieder wächst und du jeden Morgen eine neue Augenbraue oder eine neue Wimper begrüßt", erzählte sie dem "Stern" nach ihrer Behandlung.

Dem Brustkrebs keine Chance geben – Angelina Jolie

 

Bei der Schauspielerin und sechsfachen Mutter Angelina Jolie wurde zwar kein Brustkrebs diagnostiziert, trotzdem unterzog sie sich einer beidseitigen Mastektomie. Die Entscheidung dazu fiel ihr nicht leicht, doch da sie sowohl ihre Mutter, Großmutter als auch ihre Tante verlor, unterzog sie sich einem genetischen Test – mit dem Ergebnis, BRCA1 positiv zu sein. Bei diesem sogenannten Brustkrebsgen liegt eine Mutation vor, welche die Wahrscheinlichkeit stark erhöht, an einem Mamma- oder Ovarialkarzinom zu erkranken. Bei Angelina Jolie lag das Brustkrebsrisiko bei 85%. Mit der Abnahme beider Brüste konnte sie Ihr Brustkrebsrisiko auf etwa 5% senken. Auch wenn die Entscheidung nicht einfach war, empfiehlt sie jedem, gesundheitliche Probleme sofort anzugehen und in die Hand zu nehmen: "Man kann Rat suchen, sich über die Optionen informieren und Entscheidungen fällen, die für einen richtig sind. Wissen ist Macht".

Mit ihrer Entscheidung hat sie bisherige Tabus gebrochen und Diskussionen darüber ausgelöst, wie man mit einer Vorbelastung in der Familie oder einer vorliegenden Genmutation umgeht. Durch den sogenannten "Jolie-Effekt" haben sich viele Frauen dazu entschieden, eine Brustkrebsvorsorgeuntersuchung durchzuführen oder sich mit der Familie über vielleicht vorliegende Fälle auszutauschen.

Auch wenn es für Jolie und ihr Umfeld sicherlich eine schwere Entscheidung war, appelliert sie an Frauen, unbedingt zu einer Vorsorge zu gehen und sich über die Erkrankung, als auch alle möglichen Optionen zu informieren. Wichtig ist ihr aber auch zu betonen, dass die Abnahme der Brust keineswegs den Verlust der Weiblichkeit bedeutet: "Ich fühle mich nicht weniger als Frau. Ich fühle mich bestärkt, dass ich eine starke Entscheidung gefällt habe, die in keiner Weise meine Weiblichkeit verringert." Mit dem Bericht "My Medical Choice" , der 2013 in der New York Times veröffentlicht wurde, brachte sie das Thema verstärkt in die Öffentlichkeit und konnte viele Frauen, vielleicht auch Sie, für das Thema sensibilisieren.

Anastacia

Anders als bei anderen Prominenten wurde Anastacias Erkrankung festgestellt, als sie sich einer Routine-Mammographie vor ihrer geplanten Brustverkleinerung unterzog.

Als sie 2003 die Diagnose erhielt, begann sie sofort mit der OP und Bestrahlung. Dabei ließ sie die Öffentlichkeit an allen Lebenslagen teilhaben, indem der US-Fernsehsender ABC sie während ihres Aufenthalts im Krankenhaus begleitete. In Form eines Video-Tagebuchs zeigte das Kamerateam Anastacia auch, wenn sie Schmerzen hatte oder sich unwohl fühlte. Ebenso filmte das Team die siebenstündige OP, bei der ihr ein Teil ihrer linken Brust abgenommen wird und sie eine kosmetische Rekonstruktion erhält. Ihre Behandlung teilte sie mit der Welt, um auch junge Frauen über die Krebserkrankung und die schwerwiegenden Folgen aufzuklären sowie für die Vorsorgeuntersuchungen zu sensibilisieren.

Ein Jahr lang nahm sich die Sängerin eine Pause, bevor sie mit ruhigen, als auch nachdenklichen Songs auf die Bühne zurückkam. Viele ihrer Lieder, die im Folgejahr auf ihrem Album erschienen, schrieb Anastacia noch während ihres Krankenhausaufenthaltes. In diesen verarbeitet sie Schmerzen der Behandlung, aber auch neugewonnene Erkenntnisse und eine neue Sicht auf das Leben.

Schwer traf es sie, als sie genau zehn Jahre später erfuhr, dass der Krebs zurück ist. Vorbeugend ließ sie sich beide Brüste abnehmen, nahm sich eine Auszeit und widmete sich ganz ihrer Therapie. In Interviews erwähnt die heute 49-jährige, dass eine Ursache in ihrem Lebensstil sah, da sie viel Stress im Beruf hatte und einem ständigen Lebenswandel unterlag. All das habe sie geändert und achte jetzt verstärkt auf sich, indem sie viel Sport treibt und ihre Ernährung umstellte ‚Äî obwohl gerade Fastfood ihr Herz höherschlagen lässt. Trotz der schweren Erkrankung schätzt sie, dass sie in dieser Zeit erkannt hat, was wirklich wichtig ist in ihrem Leben und was für sie zählt.

 

Brustkrebs zum Gesprächsthema machen

Neben all den genannten prominenten Frauen gibt es noch viele weitere, die für ihr Engagement gegen den Brustkrebs genannt werden sollten. Darunter sind bekannte Stars aus Politik, Wirtschaft, Musik und Film. Darunter Sex and the City-Star Cynthia Nixon, Sängerin Sheryl Crow, Sharon Osbourne, die deutsche Politikerin Heide Simonis oder die Schauspielerin Jane Fonda. All diese Frauen zeigten ihr Engagement in Form von Kampagnen, selbst veröffentlichten Büchern oder Kurzfilmen und wollen Frauen auf die Brustkrebserkrankung aufmerksam machen.

Nehmen Sie sich die Botschaften der Frauen zu Herzen und gehen Sie, wenn nicht schon getan, zu einer Vorsorgeuntersuchung und nehmen Sie Ihre Gesundheit in die Hand. Dazu zählt auch, im Familienkreis nach Vorbelastungen zu fragen und sich über die Erkrankung im Allgemeinen zu informieren.

Ihre eigenen Erfahrungen können Sie hier mit uns teilen.

  1. Robert Koch Institut (2015) Krebs in Deutschland 2011/2012. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Berlin.

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