Prostatakrebsmonat September

Die häufigste Krebserkrankung bei Männern

Es gibt Themen, über die Männer sich stundenlang unterhalten können: Fußball, Frauen, und Autos zum Beispiel. Und dann gibt es wieder Themen, bei denen der Redefluss schlagartig verstummt. Wie beispielsweise beim Thema Prostatakrebs. Und das, obwohl es sich hierbei seit einigen Jahren um die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland handelt. Der Grund: Prostatakrebs wird von vielen mit negativen Nebenwirkungen wie unfreiwilliger Urinverlust oder Impotenz in Verbindung gebracht – und genau diese Nebenwirkungen hemmen viele, über ihre Erkrankung zu sprechen.

Gemeinsam gegen Prostatakrebs

Blaue Prostatakrebsschleife

Um mehr Männer und ihr Umfeld für die Krebserkrankung zu sensibilisieren und sie zu einer Vorsorgeuntersuchung zu animieren, wurde der Prostate Cancer Awareness Month ins Leben gerufen. Mit der hellblauen Schleife als Symbol versuchen verschiedene Initiativen, Stiftungen und Ärzte jedes Jahr im September das Thema in den öffentlichen Diskurs zu bringen, Betroffene zu informieren und mit dem Tabu zu brechen. Die verschiedenen Organisationen sammeln in diesem Monat auch Geld, um Forschung, Prävention und die Behandlung der Erkrankung weiter voranzutreiben. Denn aktuell ist über die Ursachen nur wenig bekannt.

Ursachen und Prävention

Tatsächlich scheint das Alter einen Einfluss zu haben: Eine Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr ist unwahrscheinlich, der Großteil der Patienten ist zwischen 70 und 80 Jahre alt.1  Obwohl Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland ist, können viele Tumore aufgrund der verbreiteten Vorsorgeuntersuchungen in einem frühen Stadium diagnostiziert werden. Diese Untersuchung ist in Deutschland für Männer ab 45 Jahren kostenlos.

Lebensqualität trotz Prostatakrebs?

Was Patienten wissen sollten: Trotz Krebsdiagnose – so einschneidend sie auch sein mag – kann das Leben weitergehen und viele Patienten können sich ein gewisses Maß an Lebensqualität erhalten. Auch während der Krebsbehandlung gibt es Wege, die Freude am Leben aufrechtzuerhalten. Entscheidend ist, dass Betroffene es schaffen, schöne, wertvolle Momente im Alltag bewusst zu erleben und zu genießen. Auch im Internet können Sie im Austausch mit anderen Betroffenen Unterstützung erhalten, indem Sie Ihre Gedanken und Sorgen teilen.

Wertvolle Momente im Alltag

Lebensqualität schaffen

  • Die Beeinträchtigung des Sexuallebens kann nicht nur körperlich, sondern auch psychisch eine Belastung sein. Zudem sind viele Betroffene dann bereits in einer Lebensphase, in der die Sexualität aufgrund des Alters nachlässt und die Krebserkrankung die körperliche Situation erschwert. Vor allem deshalb ist es wichtig, mit Ärzten, Freunden oder in Selbsthilfegruppen darüber zu reden und Sorgen mit anderen zu teilen.
  • Bei einigen Männern wird die Prostata ganzheitlich entfernt, sodass der Tumor vollständig beseitigt wird. Das kann den inneren Blasenschließmuskel schwächen, sodass es zu Inkontingenz kommen kann. In einigen Fällen ist es möglich, durch kontinuierliches Beckenbodentraining oder elektrische Muskelstimulation die Blasenkontrolle zurückzugewinnen. Betroffene sollten ihre Optionen mit ihrem Arzt oder Physiotherapeuten  sprechen.
  • Auch das Thema Schmerz beschäftigt viele Krebspatienten. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern und mit der Angst vor Schmerz umzugehen.
  • Ähnlich verhält es sich mit Müdigkeit und Erschöpfung, beides häufige Begleiterscheinungen einer Krebsbehandlung. Auch hier können gezielte Gegenmaßnahmen, wie zum Beispiel ein Tagebuch über das eigene Energielevel, helfen, den Alltag so anzupassen, dass kraftraubende Aktivitäten so gut es geht vermieden werden.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung in Kombination mit angemessener Bewegung unterstützt zudem nicht nur die Behandlung, sondern sorgt auch dafür, trotz Therapie aktiv zu bleiben. Betroffene können die spezifischen Ernährungsempfehlungen für die vorliegende Form des Brustkrebses bei ihren behandelnden Ärzten erfragen.

Erfahrungen eines Prostatakrebspatienten

Bei Ronald Hörstmann wurde 2011 ein Prostatakarzinom diagnostiziert. Auch wenn es für den Hobby-Vogelkundler zunächst ein immenser Schock war, nahm er sich Zeit, um sich über die Operation und Alternativen Gedanken zu machen. Lesen Sie diesen Beitrag und erfahren Sie, wie seine Behandlung ablief, was ihm während dieser Zeit half und wie er die Situation jetzt sieht. Weitere Informationen zum Thema Prostatakrebs finden Sie zum Beispiel bei der Stiftung Deutsche Krebshilfe.