Krebs und Sexualität

Partnerschaft und Intimität

Krebs und Partnerschaft

Eine ausgewogene Sexualität wird durch verschiedene physische und psychische Faktoren beeinflusst. Organe, Nervensystem und Hormone auf der einen, Gefühle und Gedanken auf der anderen Seite funktionieren nur im Zusammenspiel miteinander. Eine Krebserkrankung und -therapie können dieses subtile Zusammenspiel beeinträchtigen.

Konsultieren Sie den Arzt Ihres Vertrauens

Ein vertrauensvolles Gespräch mit Ihrem Arzt über das Thema Sexualität ist absolut in Ordnung und schon vor der Behandlung sinnvoll. Abhängig von der Krebsart und deren Stadium können bei Ihnen unterschiedliche Probleme auftreten:1,2

  • Schmerzen,
  • geringes sexuelles Verlangen oder
  • Unbehagen aufgrund eines „veränderten” Körpers nach einer Operation, zum Beispiel nachdem Ihnen eine Brust chirurgisch entfernt wurde.

Sexualität kann sich verändern

Viele Patienten, die eine Krebsbehandlung durchlaufen, empfinden ein verändertes sexuelles Verlangen. Die Veränderungen reichen von einer verstärkten Lust auf der einen bis zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust der Libido auf der anderen Seite. Letzteres kann besonders frustrierend sein, da es negative Auswirkungen auf eine Partnerbeziehung haben kann. Körperliche Veränderungen wie Haarverlust, trockene Haut oder Operationsnarben können Ursachen für eine geringere Libido, insbesondere bei Frauen, sein.1,2

Tipps für den Umgang mit Sexualität

  1. Seien Sie offen: Reden Sie mit Ihrem Partner! Viele Ihrer Ängste und Unsicherheiten könnten unbegründet sein und Ihr Partner andere Ansichten haben.
  2. Holen Sie sich kosmetische Tipps: Viele Krankenhäuser bieten Krebspatientinnen Kosmetikseminare an, um ihnen bei der Steigerung ihres Selbstbewusstseins zu helfen. Fragen Sie in Ihrer Klinik nach, wo solche Seminare angeboten werden.

Kinderwunsch

In dieser schwierigen Zeit müssen Sie viele Entscheidungen treffen. Dazu gehört oft auch die Frage, ob Sie in der Zukunft Kinder haben möchten. Sie sollten, ggf. mit Ihrem Partner, über dieses Thema nachdenken und mit Ihrem Arzt darüber sprechen.3 Hilfreich sind auch die Informationen im Blauen Ratgeber der Deutschen Krebsgesellschaft.

Krebs: Risikofaktor Einsamkeit

Füße im Bett

Während Ihrer Krebsbehandlung kann es oft vorkommen, dass Sie sich einsam oder als Außenseiter fühlen. Das kann unter anderem folgende Gründe haben:

  • Ihren Freunden könnte es schwerfallen, mit Ihrer Krebserkrankung umzugehen, weshalb sie Sie nicht in dem Maße besuchen oder anrufen, wie Sie es sich wünschen.
  • Sie fühlen sich zu schwach, um Ihren Hobbies nachzugehen oder Aktivitäten beizubehalten, die Ihnen vor der Erkrankung besonders gefallen haben.

Es kann sein, dass Sie sich durch die Menschen, die Ihnen besonders nah sind, missverstanden fühlen. Wer nicht selbst an Krebs erkrankt ist, kann bestimmte Gefühle und Gedanken von Patienten oft nicht nachvollziehen.

Tun Sie das, was sich für Sie richtig anfühlt. Vielleicht fühlen Sie sich besser, wenn Sie sich gegenüber einer Vertrauensperson öffnen. Oder versuchen Sie es andersherum: Fragen Sie Ihre Liebsten, wie SIE sich fühlen und finden Sie Wege, um über die Sorgen und Ängste aller zu sprechen.

In schwierigen Momenten kann Ihnen auch emotionale Unterstützung durch den Kontakt zu anderen Betroffenen helfen. Diesen Kontakt finden Sie unter anderem in Online-Foren und Selbsthilfegruppen.

Selbsthilfegruppen für Krebspatienten

  1. Krebsinformationsdienst Deutsches Krebsforschungszentrum (2014) Männliche Sexualität und Krebs.
  2. Krebsinformationsdienst Deutsches Krebsforschungszentrum (2014) Weibliche Sexualität und Krebs.
  3. Deutsche Krebshilfe (2014) Kinderwunsch und Krebs. Antworten, Hilfen, Perspektiven.