Krebsoperation

Chirurgie zur Vorsorge, Diagnose und Behandlung

Nach Ihrer Krebsdiagnose spricht Ihr Arzt zunächst mit Ihnen durch, welche Therapieformen für Sie in Frage kommen. Dann entscheiden Sie gemeinsam, welche Behandlungsmethode am besten zu Ihrem individuellen Fall passt. Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Informationen zur häufigsten Behandlungsmethode bei Krebs zusammengestellt: der Operation. Denken Sie daran, dass Sie sich bei Fragen darüber hinaus immer an Ihren zuständigen Arzt oder die Pfleger in Ihrer Klinik wenden können.

Denken Sie daran, dass Sie sich bei Fragen darüber hinaus immer an Ihren zuständigen Arzt oder die Pfleger in Ihrer Klinik wenden können.

Wie eine Operation Krebspatienten helfen kann

Eine Operation ist seit vielen Jahren die am häufigsten angewandte Krebsbehandlung. Manchmal reicht eine Operation bei Krebs schon aus, um den Patienten zu heilen: Das ist möglich, wenn Sie an einer bestimmten Krebsart wie zum Beispiel Brustkrebs erkrankt sind, die gut chirurgisch zu behandeln ist und die Diagnose in einem frühen Stadium gestellt wurde.2 Ist das Risiko eines Rückfalls jedoch größer, kann eine operative Behandlung mit einer Chemotherapie oder Strahlentherapie unterstützt werden.2 Bei manchen Krebsarten kann es außerdem notwendig sein, bereits während der Operation den Tumor zu bestrahlen.3

Wenn möglich: Vollständige Entfernung des Tumors

Bei Typ und Ausmaß der operativen Behandlung eines Tumors spielen viele Aspekte Ihrer individuellen Erkrankung eine Rolle, zum Beispiel

  • die Krebsart
  • die exakte Lage im Körper
  • das Krebsstadium usw.

Manche Tumore lassen sich durch eine Operation vollständig entfernen, da sie aufgrund ihrer Größe und Lage im Körper einfach zu erreichen sind. In anderen Fällen kann es sein, dass auch gesundes Gewebe und manchmal sogar ganze Organe entfernt werden müssen.2 Das klingt zunächst nach einer radikalen Maßnahme. Denken Sie aber daran, dass das Hauptziel darin besteht, so viel krankes Gewebe wie möglich zu entfernen. So haben Sie die größtmöglichen Chancen auf eine Besserung oder Genesung.

Minimal-invasiver Eingriff

Neben einer „konventionellen“, offenen Operation könnten auch minimal-invasive Eingriffe, etwa Laparoskopie oder Laserchirurgie, für Sie in Frage kommen.2 Viele Patienten erholen sich von solchen Operationen schneller.2

In einigen Fällen kann auch die Radiochirurgie eine Alternative zur klassischen Chirurgie sein. Geeignet sind meist kleinvolumige, gut abgrenzbare Tumore. Ihr Arzt kann Ihnen dabei helfen, herauszufinden, ob die Radiochirurgie eine gute Alternative für Sie sein kann.

Verschiedene Arten von Chirurgie

Ein operativer Eingriff kann aus verschiedenen Gründen durchgeführt werden. Viele Operationen sind nur geringfügige Eingriffe, während andere größer sind und lange dauern. Was für Sie persönlich notwendig ist, hängt von Ihrem individuellen Krankheitsbild ab.

Präventive Chirurgie

Bei einer präventiven Operation wird gesundes Körpergewebe, das ein hohes Tumorrisiko trägt, entfernt. Ein Beispiel hierfür sind Frauen mit einem ausgeprägten Brustkrebsrisiko in der Familie. Um das Risiko eines Tumors zu verringern, möchten viele ihre Brüste bereits zur Vorbeugung entfernen lassen (prophylaktische Mastektomie).4

Diagnostische Chirurgie

Diagnostische Eingriffe werden in der Regel durchgeführt, um die Krebsdiagnose zweifelsfrei stellen zu können. Hierfür wird meist eine Probe des betroffenen Gewebes entnommen. Für die Probenentnahme gibt es verschiedene Möglichkeiten - die Entfernung eines Muttermals für das Hautkrebsscreening beispielsweise. Darüber hinaus werden oftmals Biopsien durchgeführt, um das verdächtige Gewebe mikroskopisch zu untersuchen. Auf diese Weise kann auch die Krebsart festgestellt werden.4

Operative Eingriffe helfen außerdem bei der Bestimmung des Krebsstadiums und der Beurteilung der Tumorentwicklung. Weitere Informationen zu den verschiedenen Stadien sowie zu Tumorklassifikationen finden Sie auf der Website des Krebsinformationsdienstes.

Unterstützende Chirurgie

In diesem Fall wird zur Unterstützung einer anderen Therapieform operiert.4 Für eine Chemotherapie etwa benötigen Sie einen vaskulären Zugang („Port“). Das ist eine dünne, flexible Kanüle, die operativ unter Ihrer Haut platziert wird und einen Zugang für Infusionen zu größeren Venen während der Behandlungsdauer ermöglicht. Das erleichtert Ihnen den Behandlungsprozess, weil der Arzt mit Hilfe des Ports nicht mehr regelmäßig neue Zugänge an Armen und Händen legen muss, um Ihnen Ihre Medikamente zu verabreichen.

Kurative Chirurgie

Im Falle der kurativen („heilenden“) Chirurgie wird das Tumorgewebe im besten Fall vollständig entfernt.4 Besonders Tumore im frühen Stadium können sehr gut chirurgisch entnommen werden, ohne umliegendes Gewebe zu zerstören.2 In einigen Fällen ist es notwendig, die Tumorgröße erst einmal durch Chemotherapie und Bestrahlung zu verkleinern, um dann den Resttumor zu entfernen.

Palliative Chirurgie

Sobald die Chancen auf eine vollständige Remission sinken, werden operative Eingriffe nur durchgeführt, um die Symptome zu lindern. Bei großen Schmerzen im Bereich des Tumors wird die Tumorgröße verkleinert, um die Beschwerden zu vermindern.4

Infografik zu Wissen über Krebsbehandlung

Operation bei Brustkrebs

Nach der Diagnose eines bösartigen Tumors in der Brust ist oftmals eine Operation notwendig. Jedoch muss das nicht bedeuten, dass Ihre Brust entfernt wird – eine Angst, die viele Frauen zu Beginn haben.

Zwei Formen von Brustkrebs-Operationen

Es gibt zwei Formen von Brustkrebs-OPs: Brusterhaltende Operationen und die Entfernung der Brust, eine sogenannte, „Mastektomie“. Eine Mastektomie ist nur für die Minderheit von Brustkrebspatientinnen notwendig. Falls in Ihrem Fall eine Mastektomie vorgesehen ist, gibt es Möglichkeiten, Ihre Brüste zu rekonstruieren. Diese Maßnahmen können bei der häufigsten Sorge Abhilfe schaffen: der Angst, sich weniger „weiblich“ zu fühlen.

Brusterhaltende Operation

Das Ziel einer brusterhaltenden Operation ist, so viel Brustgewebe wie möglich zu schonen.5 Wenn Sie sich gemeinsam mit Ihrem Arzt für diese Therapieform entschieden haben, werden nur der Tumor und das nahe umliegende Gewebe entfernt. Es ist wichtig, einen bestimmten Umfang an Gewebe um den Tumor herum ebenfalls zu entfernen. So soll sichergestellt werden, dass sich keine Rezidive bilden.5

Mastektomie

Für viele Frauen sind Brüste ein Symbol der Weiblichkeit und sie haben Angst davor, für ihre Partner nicht mehr attraktiv zu sein, wenn eine oder beide Brüste entfernt wurden. In manchen Fällen ist es jedoch nicht abwendbar, die gesamte Brust zu entfernen, um sicherzustellen, dass das gesamte Tumorgewebe entfernt wird. Bei diesem operativen Eingriff spricht man von einer Mastektomie. Denken Sie bitte daran, dass diese Operation lebensrettend für Sie sein kann und dass es Möglichkeiten zur Brustrekonstruktion gibt. Sie finden mehr Informationen zu diesem Thema im Blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe.

Der Ablauf einer Operation

  1. Untersuchung
    Nach Gesprächen mit Ihrem Onkologen, Chirurgen und Anästhesisten werden Sie gründlich untersucht. Dazu gehören auch Untersuchungen des Blutes, der Lunge und des Herzens. Diese Untersuchungen sind wichtig, um festzustellen, ob Sie für eine Operation geeignet sind.
  2. Vorbereitung
    Sie sollten ungefähr sechs Stunden vor Ihrer Operation das letzte Mal leichte Kost zu sich nehmen.6 Es ist wichtig, mit leerem Magen zur Operation zu kommen. Nur so kann sichergestellt werden, dass während der OP kein Mageninhalt in die Lunge gelangen kann.6 Am Tag der Operation sollten Sie weder Make-up noch Nagellack tragen.6 Sie werden außerdem darum gebeten, Ihre eigene Kleidung abzulegen und spezielle Kleidung und Thrombosestrümpfe anzuziehen.
  3. Narkose
    Vor der Operation wird Ihnen die Narkose verabreicht. Ob Sie nur eine örtliche Betäubung oder eine Vollnarkose erhalten, hängt von Ihrem persönlichen Fall ab. Wenn Sie mehr über die unterschiedlichen Arten der Narkose erfahren möchten, besuchen Sie den Krebsinformationsdienst.
  4. Operation und Aufwachraum
    Wenn die Operation beendet und alle Schnitte verschlossen sind, werden Sie in den Aufwachraum gebracht, wo Sie bis zum Aufwachen beaufsichtigt werden. Am Anfang fühlen Sie sich wahrscheinlich sehr schläfrig oder sogar verwirrt – das ist ganz normal und bedeutet nicht, dass Sie schlecht auf die Narkose reagieren.6
  5. Nachsorge
    Zwei oder drei Tage nach Ihrer Operation werden Ihre Verbände gewechselt und neue, saubere Verbände angelegt. Ein paar Wochen später werden die Fäden gezogen.6 Fragen Sie Ihren Arzt nach der optimalen Narbenpflege, da diese von Typ und Größe Ihrer Narbe abhängt.

Operation bei Krebs: Angst und mögliche Nebenwirkungen

Viele Menschen, nicht nur Krebspatienten, haben Angst vor einer Operation. Eine Narkose zu bekommen und stundenlang bewusstlos zu sein, während Ärzte Ihren Körper verändern, ist in der Tat ein unangenehmer Gedanke.

Entspannung vor einer Operation

Es gibt einige Strategien, die Ihnen bei der Entspannung vor einer OP helfen können. Einige Menschen haben weniger Angst vor einer Operation, wenn Sie sich vorher so gut wie möglich über den gesamten Prozess informieren.7 Für andere ist es einfacher zu entspannen, indem sie sich ablenken, zum Beispiel mit einem guten Buch.7 Bedenken Sie, dass Sie jederzeit mit dem Arzt Ihres Vertrauens über Ihre Ängste und deren Bewältigung sprechen können.

Weitere Informationen über Ängste vor Operationen und wie Sie mit ihnen umgehen können, finden Sie beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Umgang mit Schmerzen

Die Nebenwirkungen, die Sie nach einer Operation spüren, hängen vom Ausmaß Ihrer Operation und Ihrem generellen gesundheitlichen Zustand ab. Direkt nach Ihrer Operation werden Sie wahrscheinlich Schmerzen unterschiedlicher Intensität spüren. Wenn die Schmerzen zunehmen, ist es ratsam, mit Ihrem Arzt zu sprechen, sodass Ihre Medikation angepasst wird. Dies ist nicht der Zeitpunkt, Schmerzmittel zu meiden, denn Schmerzen können die Genesung verzögern.8

Potenzielle langfristige Folgen

Eine Weile nach der Operation bemerken Sie vielleicht bestimmte langfristige Folgen wie zum Beispiel Narbenbildung oder eine geringere Beweglichkeit der operierten Körperteile.1 Nach einer Brustkrebs-OP ist vor allem ein Anschwellen von Gewebe recht häufig.5 Da diese Folgen bei jedem Patienten unterschiedlich sein können, sollten Sie am besten direkt mit Ihrem Arzt darüber sprechen.

Tipps für eine höhere Lebensqualität nach einer Operation

Blick durch Bäume zum Himmel

Nach Ihrer Krebsoperation werden Sie zur Nachsorge wahrscheinlich für ein paar Tage im Krankenhaus bleiben. Sobald Sie nach Hause gehen können sollten Sie wissen, wie Sie sich nun am besten selbst versorgen können. Dieses Wissen wird Ihnen vieles erleichtern und dabei helfen, ungewollte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Lebensstil nach einer Operation

Versichern Sie sich, dass Sie alles über die optimale Versorgung Ihrer Operationswunde wissen. Zudem ist es ratsam, allgemeine Regeln für den Alltag mit Ihrem Arzt zu besprechen. Das können Empfehlungen zu Ernährung, Sport und Medikation sein. Für viele Patienten sind Schmerzmittel nach einer Operation ein Muss. Abhängig von der operierten Körperstelle brauchen manche auch eine Physiotherapie oder ähnliche Reha-Maßnahmen.9 Fragen Sie Ihren Arzt außerdem nach Warnzeichen für mögliche Komplikationen.9

Prothesen und neue Bewegungsmuster

Wenn ein Körperteil während der Operation entfernt wurde, zum Beispiel bei einer Brustkrebs-OP, können Sie sich bei Ihrem Arzt über Prothesen und Möglichkeiten der Rekonstruktion informieren. Falls die Operation Ihre Bewegungsfähigkeit eingeschränkt oder verändert hat (zum Beispiel durch eine OP an den Gliedmaßen), ist es wichtig, neue Bewegungsmuster und -möglichkeiten sowie Gewohnheiten auszuprobieren, die Sie im Alltag unterstützen. Zu Beginn brauchen Sie vielleicht erst einmal Hilfe, bis sich die neuen Muster eingespielt haben. Um Stress nach einer Operation zu reduzieren ist es am besten, bereits im Vorfeld der OP über solche Frage nachzudenken. Dann haben Sie die Lösungen gleich parat haben, wenn Sie sie brauchen.9

Weitere Infos und Patientenbroschüre

Eine Krebstherapie ist für die meisten Patienten eine schwierige Zeit – eine Operation stellt hier keine Ausnahme dar. In dieser Broschüre zum Download finden Sie Tipps und Ratschläge, wie Sie eine hohe Lebensqualität aufrechterhalten können – physisch und psychisch.

  1. Thüringische Krebsgesellschaft (2015) Operation. URL: http://www.krebsgesellschaft-thueringen.de/chirurgische-therapie.html (Stand: 18.11.2015).
  2. Deutsche Krebsgesellschaft (2015) Die Operation. URL: http://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/therapieformen/operation-bei-krebs.html (Stand: 18.11.2015).
  3. Deutsche Krebshilfe (2010) Strahlentherapie. Antworten, Hilfen, Perspektiven.
  4. American Cancer Society (2014) How is surgery used for cancer? URL: http://www.cancer.org/treatment/treatmentsandsideeffects/treatmenttypes/surgery/surgery-how-is-surgery-used-for-cancer (Stand: 18.11.2015).
  5. Deutsche Krebshilfe (2014) Brustkrebs. Antworten, Hilfen, Perspektiven.
  6. Krebsinformationsdienst (2015) Operationen bei Krebs. Häufige Fragen, wichtige Antworten zur Tumorchirurgie. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/operation.php#inhalt9 (Stand: 18.11.2015).
  7. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (2014) Was hilft gegen Ängste vor einer Operation? URL: https://www.gesundheitsinformation.de/was-hilft-gegen-angste-vor-einer-operation.2680.de.html?part=vorbereitung-3h (Stand: 18.11.2015).
  8. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (2014) Schmerzen nach Operationen. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/schmerzen-nach-operationen.2680.de.html?part=nachbehandlung-5w (Stand: 18.11.2015).
  9. American Cancer Society (2014) Going home after cancer surgery. URL: http://www.cancer.org/treatment/treatmentsandsideeffects/treatmenttypes/surgery/surgery-going-home (Stand: 19.11.2015).